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Ist Amazon schuld am Untergang des Buchhandel?

Der Buchhandel schafft sich ab – ganz allein ohne die Hilfe von Amazon

Ein Erfahrungsbericht aus der Servicewüste Einzelhandel oder warum man als Kunde gezwungen wird, bei Amazon zu kaufen.

Vaduz, Juni 2019. Viele Buchhändler beklagen sich darüber, dass sie das Leben so schwer haben wegen Amazon. Wieder einmal habe ich gedacht: „Ich probiere mal wieder, den lokalen, heimischen Handel zu unterstützen“. Kaufen wollte ich ein Buch ISBN 978-3-00-058854-9 (wer diese Googlet, wird noch ein bisschen Ironie feststellen). Dass man bei einem lokalen Buchhändler nicht auf seiner Webseite bestellen kann, war eh klar. Darum habe ich 3 Händler angerufen und wurde bitter enttäuscht.

1. Buchhändler
Ich rufe an und teile mit, dass ich das Buch mit dieser ISBN bestellen möchte. Die Verkäuferin tippt wohl die Nummer in Ihren PC und stellt dann fest „Phu, das kommt ja aus Deutschland“. Auf diese Antwort meine ich „Kennen Sie Schiller oder Göthe? Ich glaube schon, dass die Deutschen Bücher schreiben können und mit EWR und so, sollte das schon möglich sein, auch ein deutsches Buch zu bestellen.
Man ist aber um den Kunden bemüht und will eine Lösung anbieten:

Wir könnten das Buch bestellen, aber bei diesem Verlag bestellen wir nur sehr wenig, darum müsse ich die Versandkosten bezahlen. Das wundert mich, aber ich erkundige mich, wie hoch die denn währen. „Nun das können wir im Vorhinein nicht so genau sagen, aber das Buch hat 700 Gramm also mindestens 19 Franken aber vielleicht auch mehr.“ Ich frage ob ich es denn wenigstens zugestellt bekomme, wenn ich schon die Versandkosten bezahlen muss, teilte man mir mit, dass ich es schon abholen muss – man biete keinen Versand.

Das war dann nicht so interessant und ich versuche es bei einem anderen Händler.

2. Buchhändler
Auch der 2. Buchhändler hat etwas Mühe das Buch zu finden. Nach etwas Recherche teilt man mir mit, dass es möglich sei, das Buch zu bestellen. Das dauere aber mindestens zwei Wochen, weil man bei diesem Verlag nur sehr selten bestellt. Ausserdem muss ich vorbeikommen und eine Anzahlung leisten.
Ich sehe ein, dass ich bei einem Brick and Mortar Geschäft einmal hin muss um etwas abzuholen aber zwei mal? Ich versuch es noch bei einem 3. Händler.

3. Buchhändler
Beim Grosshändler sei das Buch derzeit leider nicht auf Lager. Weil Samstag ist, erreicht man dort auch niemand und man kann darum nicht sagen ob und wann das Buch kommen könnte. Meistens kann man aber Bücher nicht bestellen, wenn sie beim Grosshandel nicht auf Lager sind. Man empfiehlt mir, das Buch im Internet zu bestellen.

Tja, das habe ich dann auch gemacht. Planmässige Ankunft: Mittwoch, Versandkostenfrei.
Diese Geschichte zeigt, dass obwohl man wirklich, wirklich versucht etwas so simples wie ein Buch bei einem lokalen Geschäft zu bestellen es bei allem Willen nicht möglich ist. Offensichtlich ist nur ein amerikanischer Grosskonzern in der Lage, ein Buch innerhalb von Deutschland nach Liechtenstein zu bringen. Schade. Bitte liebe Buchhändler hört aber auf euch zu beschweren.

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